Wohnen

Forderung nach fairen Kriterien zur Grundstücksvergabe

Die SPD-Fraktion will die Grundstücksvergabe in Willich fairer und zeitgemäßer gestalten. Sie hat deshalb drei konkrete Änderungen am neuen Punktekatalog der Stadt vorgeschlagen. Menschen, die bereits in Willich leben oder seit mehreren Jahren hier arbeiten, sollen bessere Chancen auf ein städtisches Baugrundstück erhalten. Auch das ehrenamtliche Engagement will die SPD angemessen bewerten. Der bisherige Punktekatalog stammt im Kern aus 2008. Die Stadtverwaltung hat deshalb einen neuen Entwurf vorgelegt, den der Haupt- und Finanzausschuss im Mai erstmals beraten hat. Eine abschließende Entscheidung soll nach der Sommerpause erfolgen. Erstmals Anwendung finden soll der neue Punktekatalog beim Neubaugebiet „Fontanestraße“.

„Städtische Baugrundstücke sind knapp. Deshalb brauchen wir klare und nachvollziehbare Kriterien, die unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Lukas Maaßen. „Die Überarbeitung des Punktekatalogs ist richtig. Der bisherige Entwurf muss an einigen entscheidenden Stellen aber noch verbessert werden.“

Konkrete Vorschläge zur Punktevergabe

Die SPD schlägt vor, einen seit mindestens zwei Jahren bestehenden Hauptwohnsitz in Willich mit vier Punkten zu bewerten. Der Verwaltungsentwurf sieht dafür bislang lediglich einen Punkt vor. „Viele junge Menschen und Familien möchten in Willich bleiben, weil sie hier ihre Angehörigen, ihren Freundeskreis und ihr soziales Umfeld haben. Wer bereits fest in unserer Stadt verwurzelt ist, muss bei der Grundstücksvergabe eine faire Chance erhalten“, betont Maaßen. Auch eine längerfristige Erwerbstätigkeit in Willich soll stärker zählen.

Die SPD schlägt dafür drei Punkte vor, wenn Bewerberinnen oder Bewerber seit mindestens drei Jahren in Willich beschäftigt oder selbstständig tätig sind. Damit würden auch Menschen berücksichtigt, die noch nicht in Willich wohnen, aber bereits seit längerer Zeit beruflich mit der Stadt verbunden sind. Korrekturbedarf sieht die SPD zudem beim Ehrenamt. Nach dem Verwaltungsentwurf sollen Bewerberinnen und Bewerber für ein Engagement von mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr lediglich 0,25 Punkte erhalten. „Der verlangte Aufwand und die vorgesehene Punktzahl stehen in keinem angemessenen Verhältnis“, erklärt Maaßen. „Eine starre Stundengrenze benachteiligt außerdem Menschen, die sich neben ihrer Familie, ihrer Arbeit oder der Pflege von Angehörigen ehrenamtlich engagieren. Diese Leistung verdient eine realistische Anerkennung.“

Die SPD will auswärtige Bewerberinnen und Bewerber nicht ausschließen. Auch Menschen, die neu nach Willich ziehen möchten, sollen weiterhin eine faire Chance erhalten. „Willich soll offen für neue Einwohnerinnen und Einwohner bleiben. Gleichzeitig dürfen wir die gewachsenen Bindungen an unsere Stadt nicht ignorieren“, fasst Maaßen zusammen. „Unsere Vorschläge verbinden beides und schaffen die Grundlage für eine faire und moderne Grundstücksvergabe in Willich.“

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Wohnungsbau-Debatte in Willich: „773 genehmigt – nur 99 gebaut!“

Im Niederheider Hof ging es am Donnerstagabend um ein Thema, das viele bewegt: bezahlbarer Wohnraum. 30 Bürgerinnen und Bürger sowie SPD-Mitglieder kamen zur Veranstaltung „Bauen. Mieten. Leben.“, zu der die SPD Willich geladen hatte. Prominenter Gast: Sarah Philipp, Landesvorsitzende der NRWSPD und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag.

Zum Auftakt zeigte der Willicher SPD-Chef Lukas Maaßen auf, wie die Lage vor Ort ist: 773 Wohneinheiten wurden seit 2020 in Willich genehmigt – aber nur 99 auch tatsächlich gebaut. „Das ist ernüchternd und ein Weckruf zugleich“, so Maaßen. „Menschen suchen Wohnungen, aber zwischen Genehmigung und Fertigstellung vergehen Jahre. Wir brauchen endlich mehr Tempo beim Bauen – und wir brauchen Städte, die wieder selbst bauen.“

Sarah Philipp brachte die Perspektive aus Bund und Land mit. Dazu erläuterte sie die neuen Regelungen im Baugesetzbuch, die der sogenannte „Wohnungsbau-Turbo“ der Bundesregierung ermöglicht. Damit sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt werden – auch durch das zeitlich befristete Aussetzen der Bebauungsplanpflicht bis 2030. Aufstockung, Umnutzung, Neubau – all das soll schneller realisiert werden können, ohne Umwelt- und Nachbarschaftsschutz zu vernachlässigen. „Wer bauen will, darf nicht länger an jahrelanger Bürokratie verzweifeln“, so Philipp.

Doch auch das Land NRW bekam deutliche Kritik: „Schwarz-Grün hat den Wohnungsbau in NRW in den Abwärtstrend geführt“, erklärte Philipp. Die Zahl der Baugenehmigungen sei vier Jahre in Folge gesunken. Förderprogramme verpufften, echte Anreize fehlten. Besonders hart treffe das junge Menschen, Rentner und Familien mit wenig Einkommen. „Wer von Förder-Wow und Bürokratie-Ciao redet, muss auch liefern – nicht nur plakatieren“, sagte Philipp mit Blick auf CDU-Bauministerin Scharrenbach.

Großen Zuspruch bekam das Wohnungsprogramm der SPD Willich, das Maaßen und sein Team kürzlich vorgestellt haben. Es setzt auf:

  • günstige Wohnungen für Alleinerziehende, Familien, Senioren und Singles,
  • eine eigene städtische Gesellschaft für Wohnungsbau,
  • gezielten Wohnraum für Auszubildende und Berufsstarter.

Countdown bis zum Wahltag

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„Wenn in fünf Jahren in Willich nur jede achte genehmigte Wohnung gebaut wird, dann ist klar: Das System funktioniert nicht. Wir brauchen weniger Gerede, mehr Geschwindigkeit und vor allem Städte, die wieder bezahlbaren Wohnraum selbst schaffen – für alle, die in Willich leben oder hier leben wollen.“

Die SPD Willich kündigte an, die zahlreichen Impulse aus der Diskussion mitzunehmen – und bei Land, Bund und im Stadtrat weiter Druck zu machen.

Briefwahl

Briefwahl in Willich beantragen? Hier findest du Antrag, Fristen & Schritt-für-Schritt Anleitung zur Kommunalwahl 2025 am 14.09.

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Sarah Philipp, Landesvorsitzende der NRWSPD und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW

Sarah Philipp spricht über bezahlbares Wohnen

Wie schaffen wir genügend und vor allem bezahlbaren Wohnraum in Willich? Was können wir tun und was müssen der Bund und das Land machen? Über diese Fragen spricht die SPD Willich mit Sarah Philipp, Landesvorsitzende der NRWSPD und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, am Donnerstag, 24. Juli 2025, ab 19:00 Uhr im Niederheider Hof, (Adresse: Am Niederheiderhof 2, 47877 Willich).

Die Diskussionsrunde trägt den Titel „Bauen. Mieten. Leben“. Eingeladen hat die SPD Willich. Mit dabei ist der Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD Willich Lukas Maaßen, der im Anschluss auch für Fragen zu lokalen Themen bereitsteht. Weitere Ratskandidatinnen und -kandidaten der Sozialdemokraten werden anwesend sein und freuen sich auf den Austausch mit den Gästen.

Teilnahme nur mit Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenfrei, wegen begrenzter Kapazität jedoch nur nach Anmeldung möglich. Es stehen maximal 50 Plätze zur Verfügung. Anmeldungen nimmt die SPD Willich unter kontakt@spdwillich.de entgegen.

Die SPD lädt alle politisch Interessierten ein, sich an der Debatte zu beteiligen und mit Sarah Philipp ins Gespräch zu kommen.

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